Elon Musk fordert Sorgerecht für Sohn – weil sich Mutter für Trans-Aussagen entschuldigt
Elon Musk ist in einen eskalierenden Streit mit der rechten Influencerin Ashley St. Clair verwickelt – nun kündigte der Tesla- und SpaceX-Chef an, das alleinige Sorgerecht für ihren gemeinsamen Sohn zu beantragen. Hintergrund ist offenbar ein öffentlicher Sinneswandel von St. Clair im Umgang mit trans Personen, auf den Musk mit scharfer Kritik reagierte.
«Ich werde heute das alleinige Sorgerecht beantragen», schrieb Musk am Montag auf der Plattform X – wegen St. Clairs Aussagen, die laut ihm «andeuten, dass sie möglicherweise einen einjährigen Jungen transitionieren will». St. Clairs Aussagen lassen jedoch keine Rückschlüsse darauf zu, dass eine geschlechtliche Transition des Kindes plant.
St. Clair, die laut US-Magazin «People» 27 Jahre alt sein soll, hatte sich tatsächlich am vergangenen Wochenende öffentlich für frühere transfeindliche Äusserungen entschuldigt. Sie schrieb auf X, sie empfinde «zutiefst Schuld für meine Rolle» – und «noch mehr Schuld, dass Dinge, die ich in der Vergangenheit gesagt habe, meiner Meinung nach der Schwester meines Sohnes mehr Schmerz zugefügt haben könnten». Gemeint ist offenbar Vivian Wilson, Musks älteste Tochter, die sich 2020 als trans geoutet hatte.
St. Clair ergänzte, sie habe «ausserordentlich hart daran gearbeitet, im Privaten zu lernen und mich für Menschen in der trans Community einzusetzen, die ich verletzt habe». Kritik, dass ihr Kurswechsel unglaubwürdig wirke, wies sie zurück:
Vom Skandal-Buch zum Gesinnungswandel
In den USA war St. Clair durch ihr Buch «Elephants Are Not Birds» (zu Deutsch: Elefanten sind keine Vögel) bekannt geworden – ein Kinderbuch, das sich gegen die Rechte von trans Menschen ausspricht.
Die Zusammenarbeit mit Musk begann, laut eigener Aussage, über die Plattform X. Wenig später wurde sie schwanger. Im Februar 2025 machte St. Clair öffentlich, dass sie einen Sohn mit Musk hat. Das Kind war zu diesem Zeitpunkt fünf Monate alt. Sie erklärte, sie habe den Jungen aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehalten, doch Medienberichte hätten sie zur Veröffentlichung gezwungen.
Musk: Nicht sicher, ob es mein Kind ist
Musk reagierte damals zurückhaltend: Er wisse nicht sicher, ob er der Vater sei, habe aber «Ashley 2,5 Millionen Dollar gegeben und sende ihr 500'000 Dollar pro Jahr», schrieb er auf X.
St. Clair widersprach dieser Darstellung. Musk habe sich geweigert, vor der Geburt einen Vaterschaftstest zu machen, schrieb sie. Die finanzielle Unterstützung sei kein freiwilliges Geschenk gewesen:
Bislang habe Musk den Sohn, den er «Romulus» nannte, nur dreimal persönlich gesehen. An seiner Erziehung sei er nicht beteiligt.
Musk-Tochter: «Jähzornig, gleichgültig und narzisstisch»
Ende Februar 2025 reichte St. Clair ihrerseits Klage auf alleiniges Sorgerecht ein, inklusive gerichtlichem Vaterschaftstest. Das Verfahren ist laut dem US-Magazin «Forbes» weiterhin anhängig.
Musk ist Vater von mindestens 13 bekannten lebenden Kindern, unter anderem mit Musikerin Grimes, Autorin Justine Wilson und Neuralink-Managerin Shivon Zilis. Das Verhältnis zu seiner ältesten Tochter Vivian gilt als zerrüttet. Vivian erklärte gegenüber «NBC News», Musk habe sie in ihrer Kindheit wegen ihrer «Weiblichkeit und Queerness» beschimpft. Musk selbst sagte, sie sei «tot, getötet vom woke mind virus». Vivian beschrieb ihren Vater als «jähzornig, gleichgültig und narzisstisch».
Musk gilt als Verfechter des sogenannten Pronatalismus – einer Bewegung, die hohe Geburtenraten als notwendig ansieht, um dem gesellschaftlichen Niedergang entgegenzuwirken. Kritiker weisen darauf hin, dass sich dieses Ideal in der Praxis oft vor allem auf weisse, wohlhabende Bevölkerungsschichten bezieht.
Verwendete Quellen:
- people.com: Elon Musk Says He's Filing for Full Custody of Son with Ashley St. Clair After She Changes Her Views to Support Trans Community (englisch)
- forbes.com: Musk Apparently Acknowledges Baby With Ashley St. Clair—And Demands Custody Over Transgender Concerns (englisch)
- people.com: Ashley St. Clair Sues Elon Musk for Sole Legal Custody of Their Son (englisch)

